Umdenken in der Bildungspolitik ist dringend erforderlich

Bildung & Kultur

Angesichts fehlender Auszubildenen im Landkreis fordern die Jusos Eichsfeld ein Umdenken in der Bildungspolitik. Die Hauptschuld liegt laut dem SPD-Nachwuchs beim dreigliedrigen Schulsystem und beim Lohngefälle zwischen Ost und West. Hier seien auch die Unternehmen in der Pflicht. Die Kritik, dass das bestehende Schulsystem zu wenig Leistung verlange unter anderem, weil es nicht von Beginn an Noten gebe, teilen die Jusos nicht. Außerdem erschwere der Bildungsföderalismus den Schulwechsel zwischen Bundesländern und den Vergleich von Schulabschlüssen.

„Das Eichsfeld ist eine Gegend, in der man nur wenige Kilometer fahren muss, um auf der Sonnenseite des Lohngefälles zwischen Ost und West zu stehen.“ gibt Lerch zu bedenken. „Die Auszubildendenvergütungen sind zwar im vergangenen Jahr gestiegen und haben sich zwischen Ost und West in manchen Berufen angeglichen. Dies gilt jedoch nur für Auszubildende, die nach Tarifvertrag bezahlt werden. Da muss sich die Eichsfelder Unternehmerschaft auch mal fragen, wer denn von ihnen nach Tarif bezahlt, statt die Schuld für den Auszubildendenmangel auf die Schulen abzuwälzen.“ kritisiert Lerch.

Ein echtes Problem stelle aber das dreigliedrige Schulsystem, bestehend aus Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien dar. „Nur kleinere Klassen einzuführen wird das Problem nicht lösen. Im Jahr 2010 wurden bundesweit 53.000 Schüler ohne Abschluss ins Berufsleben entlassen. Das entspricht 6,5 % der Schülerinnen und Schüler, die später auf dem Arbeitsmarkt kaum Chancen haben.“ erläutert Lerch. „Hinzu kommt, dass die Hauptschule heute vielen als gesellschaftliches Abstellgleis gilt. Häufig wird keine Förderung praktischer Fähigkeiten angeboten. Durch den Bildungsföderalismus wird ein Schulwechsel zwischen einzenlen Bundesländern und der Vergleich von Schulabschlüssen erschwert. Das bisherige Schulsystem bedarf daher einer grundlegenden Reform, durch die Einführung von Gemeinschaftsschulen mit individueller Förderung für alle.“ fordert Lerch.